Kandidat 2: Die Dynaudio Focus 360

Nachdem ich meinen Missfallen an den klanglichen Möglichkeiten der Canton Reference 5.2, v.A. hinsichtlich der angegebenen UVP von 6.000 € pro Paar, zum Ausdruck gebracht hatte, hörte ich mir als nächsten Probanden die Focus 360 von Dynaudio an.
Die 360 ist der Vorgängerlautsprecher der Dynaudio Focus 380.

Preislich knapp unter der Canton angesiedelt – zumindest was die Preisempfehlung des Herstellers angeht. Da die 360 ein Auslaufmodell ist, wäre auch hier ein guter Nachlass zu erzielen gewesen.
Die Canton Reference Serie ist sicherlich der größere „Hingucker“, die Focus 360 besticht durch eine eher schlichte Optik, der ich durchaus zugetan bin. Die Verarbeitungsqualität ist top.




Zu den klanglichen Eigenschaften. Die Dynaudio zeigte sofort deutlich mehr Spielfreude als die 5.2, ein ausgewogenes, warmes Klangbild mit satten aber nicht überzogenen Bässen. Ich hatte von der ersten Minute an Freude an diesem Lautsprecher. Nach wildem Cross-Over hören, was die Musikrichtungen angeht, würde ich die Dynaudio als universal einsetzbaren Lautsprecher bezeichnen. Die Focus 360 kann alle Musikrichtungen sehr gut.

Ich habe mich dennoch nicht für sie entschieden. Hinsichtlich Natürlichkeit und ehrlicher, kompromissloser Wiedergabe was schwach instrumentalisierten Blues angeht muss meiner Meinung nach noch mehr gehen.

Mein Tipp: Wer sich den unterschiedlichsten Musikrichtungen widmet, wer sein Wohnzimmer heute mit James Cotton, morgen mit Nickelback und übermorgen mit Yello beschallen will, sollte unbedingt die Dynaudio Focus Serie mit in die engere Wahl ziehen. Die 360 war top, die 380 ist vielleicht noch besser.

5 Gedanken zu „Kandidat 2: Die Dynaudio Focus 360“

  1. Ich habe in den letzten Tagen die Dynaudio Focus 260 und 380 gehört. Beides in einem akustisch gut gestalteten Raum an ca 4000€ Röhrenendstufen und 2500€ CD-Spieler. Die 260 ist sehr ausgewogen mit schönem zurückhaltendem Bass. Die Bühne könnte besser sein. Gekauft habe ich sie mir nicht, da sie mich einfach nicht gefesselt hat. Die 380 hat einen mächtigeren Bass, für mich gut, da ich dadurch bei Jazz und Blues eine „echtere“ Atmosphäre höre. Für meine Mithörerin war das schon zuviel Bass. In Kombination mit der Röhre hatte diese die bisher beste (untere) Mittendarstellung in meiner persönlichen Testserie. Die oberen Mitten/Höhen wirkten für mich aber etwas zugeschnürt. Die Stimme konnte sich nach oben nicht entfalten. Das sollte aus meiner Sicht bei Lautsprechern für 6200€ nicht sein.

    1. Wenn Jazz und Blues Ihre bevorzugte Musikrichtung sind – ich selbst bin dem Blues verfallen – könnte ich mir vorstellen, dass vielleicht ein Lautsprecher von Revel (z.B. die F52) oder von Thiel sehr gut passen könnte. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit sich diese beiden mal anzuhören. Ich selbst habe mittlerweile die Thiel CS 2.4 – der Nachfolger heißt meines Wissens 2.7. Die Thiels haben mich maßlos überzeugt, ihnen wird zugeschrieben, dass sie sehr gut in Kombination mit Röhrenverstärkern spielen. Ich selbst habe sie mir, im eigenen Wohnzimmer, an einem Röhren Vollverstärker von Audiomat, dem Opera Reference, angehört und ausgiebig getestet. Den Opera Reference hatte ich bereits an ein paar anderen Lautsprechern gehört, da hat er mich wirklich begeistert. An den Thiels fand ich ihn, im Vergleich zu einem LaMusika Exposure 35 dann doch weniger überzeugend und so habe ich mich für den Transistor entschieden (ich habe nun nicht den modifizierten 35, sondern als Basis den 3010s).
      In Ihrem anderen Kommentar schreiben Sie, dass Sie die I.Q. Ted-4 haben, ich selbst hatte über viele Jahre die I.Q. 5180 AT im Wohnzimmer – mittlerweile stehen Sie in meinem Büro und ich freu mich weiterhin daran.

  2. ZItat: „Die oberen Mitten/Höhen wirkten für mich aber etwas zugeschnürt. Die Stimme konnte sich nach oben nicht entfalten.“

    Woran einzig und allein der Verstärker schuld ist, ich kenne dasselbe Phänomen. Habe die Dynaudio Focus 360 (Vorgänger der 380) an einem top getesteten Naiv Supernait gehört. Das klang alles schön warm und rund, jedoch auch etwas fad und oben herum nicht glänzend genug. Als dann der Accuphase E-408 ran kam, änderte sich das Klangbild signifikant: Plötzlich waren die Focis 360 nach oben hin wirklich sehr offen. Nicht spitz aber sehr detailliert und glänzend. Musste ich mich zunächst erstmal daran gewöhnen, doch will ich das so nicht mehr missen.

    Mein Tipp daher: Unbedingt mit verschiedenen Verstärkern testen.

  3. Ich kann der Empfehlung, die 360er an verschiedenen Verstärkern zu hören, nur unterstützen. Bis Mitte 2014 hatte ich die 360er an einer T+A Anlage mit der kleinen A 1230 Endstufe. Das klang sehr gut, bis ich die Enstufe durch eine LINN Akurate 2200 ersetzt habe. Die Abbildung und die Präzision des Basses haben sich deutlich hörbar verbessert.

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