Kameratechnik für den Moment

Ich bin ein großer Fan von Dokumentarfilmen. Aufgrund dessen hatte ich mir vor einiger Zeit die Blue Ray Box von Planet Erde zugelegt. Was soll ich sagen, dass Bild ist atemberaubend und zeigt erstaunliche Bilder und Aspekte der Natur, wie ich sie so noch in keiner Dokumentation sehen konnte. Man hat das Gefühl die Perspektiven der Kameraleute sind unbegrenzt und zeigen Tiere und Landschaften aus allen möglichen Winkeln.

Was mich besonders beeindruckt hat waren die Zeitlupenaufnahmen von Tierbewegungen, die Abläufe für das menschliche Auge sichtbar machen, welche sonst überhaupt nicht wahrnehmbar sind. Ein ähnliches Video habe ich im Laufe meiner Recherche später dann auf der Seite von PCO (Hersteller von High Speed Kameras) gefunden. Hier, um euch mal zu zeigen was ich meine:

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Als Hobby-Videofilmer und Elektronik-Fan war meine Neugier also geweckt und ich wollte wissen welche Technik hinter diesen Aufnahmen steckt.

Lange musste ich nicht suchen, denn ich wurde schon auf dem Klappentext der Blue Ray Box fündig. HOCHGESCHWINDIGKEITSKAMERAS ist das Zauberwort. Irgendwie kam mir dieser Begriff bekannt vor… irgendwo hatte ich dass doch schon mal gehört. Richtig, solche Kameras wurden doch auch schon bei der Fußball-WM 2006, sowie der EM 2008 genutzt.

Das große Nutzenpotenzial dieser Kameras erkennt man auf den ersten Blick. Durch sie können wenige Sekunde Aufnahmezeit auf mehrere Minuten Wiedergabezeit ausgedehnt werden. Logischerweise werden sie nicht nur zu Unterhaltungszwecken eingesetzt sondern insbesondere in der Industrie und Forschung. Bei meinen Recherchen fand ich heraus, dass sie wichtige Erkenntnisse in den Bereichen Medizin, Biologie und Physik bringen können. Gerne eingesetzt werden die Teile auch in der Automobilindustrie um Crash-Tests auszuwerten. Wer hat nicht schon solche Aufnahmen im Fernsehen gesehen? Fiel mir allerdings auch erst auf nachdem ich das gelesen hatte. Für den Massenmarkt gibt es mittlerweile auch Camcorder mit solchen Funktionen allerdings kommen sie technisch sowohl was Bildqualität und Bildrate angeht natürlich nicht an die Pendants für Industrie und Forschung heran. Schade eigentlich. Würde gerne mal ausprobieren den Flügelschlag der gemeinen Hausfliege mit meiner persönlichen Hochgeschwindigkeitskamera zu filmen ;-). Naja, mal abwarten was die Zukunft bringt…

Im Folgenden, möchte ich euch jedenfalls anhand eines Produktbeispiels noch die technischen Spezifikationen eines solchen Hochgeschwindigkeits-Kamerasystems aufführen. Coole Videos zu dem Thema habe ich, wie man weiter oben sieht, bei dem deutschen Hersteller für High Speed Kameras PCO gefunden, weshalb ich auch die damit beworbene Kamera etwas beleuchten werde. Auf deren Seite findet man übrigens auch Videos in denen die bekannte Werbung eines französischen Automobilherstellers nachgestellt und widerlegt wird. Anhand der Videos könnt ihr euch gleich einen Eindruck verschaffen was mit dieser Technik so alles möglich ist. Laut eigenen Angaben entwickeln sie bei PCO „digitale Kamerasysteme mit hoher Dynamik, hoher Auflösung und niedrigem Rauschen, welche international sowohl in wissenschaftlichen als auch in industriellen Anwendungen eingesetzt werden“.

Also die damit produzierten Videos sind zumindest schon mal sehr beeindruckend wie ich finde. Die Kamera mit dem das Video aufgenommen wurde ist die pco dimax. Bei voller Auflösung von 2016 x 2016 schafft die dimax 1279 Bilder/s. Und jetzt haltet euch fest: bei einer Auflösung von 1008 x 1000 sogar 4502 Bilder/s. Nur zum Vergleich für alle diejenigen, denen dass nichts sagt. Ein gewöhnlicher Camcorder filmt mit 50 Bildern/s. Und ein relativ guter Camcorder mit Hochgeschwindigkeitsfunktion und einem Preis von etwa 1000€ schafft 600 Bilder/s bei einer Auflösung von 640 x 72. Ist also schon ein Stück High-Tech diese dimax. Übermittelt werden die Bilddaten dann via Camera Link, einer typischen Schnittstelle aus der industriellen Bildverarbeitung. Allerdings ist wie bei jedem gewöhnlichen Camcorder auch die Übertragung mittels USB 2.0 möglich. Außerdem verfügt die Kamera über einen DVI Anschluss um sie für Vorschauzwecke an einen Monitor anschließen zu können.

Vielleicht dauert es ja nicht mehr lange und man wird zu akzeptablen Preisen auch im privaten Bereich auf Hochgeschwindigkeitskameras mit ähnlichen technischen Spezifikationen, bei gewohnter Mobilität der aktuellen Camcorder zurückgreifen können. Bis dahin begnüge ich mich mit den Videos zur PCO dimax. Dieses hier gefällt mir besonders gut, da es zeigt wie man auch aus einem unspektakulärem Vorgang faszinierende Bilder zaubern kann:

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